Es gibt viele verschiedene Arten von Jass-Spielen, die in der Schweiz und auch in einigen aWelche Jass-Arten gibt es? Die beliebtesten Varianten in der Schweiz im Überblick
Das Jassen ist das unangefochtene Schweizer Nationalspiel und tief in der Kultur unseres Landes verwurzelt. Ob in der gemütlichen Stammtischrunde im Restaurant, bei Grossereignissen oder bei den beliebten Turnieren in der Zentralschweiz – überall fliegen die Karten. Je nach Region und persönlicher Vorliebe der Jasserinnen und Jasser wird entweder mit deutschen Jasskarten (Schellen, Schaufeln, Rosen, Eicheln) oder mit französischen Jasskarten (Ecke, Schaufel, Kreuz, Herz) gespielt.
Es existieren hunderte verschiedene Jass-Varianten und regionale Abwandlungen. Wenn du dich fragst, welche Jass-Arten in der Schweiz am häufigsten gespielt werden, findest du hier eine detaillierte und umfangreiche Übersicht der bekanntesten Varianten – von der Königsklasse bis hin zu schnellen Spielen für die ganze Familie.
1. Der Schieber-Jass (Die unangefochtene Königsklasse)
Der Schieber ist die mit Abstand populärste und am weitesten verbreitete Jass-Art in der gesamten Schweiz. Er wird standardmässig von vier Personen gespielt, wobei sich jeweils zwei Partner gegenübersitzen und als Team agieren. Gespielt wird mit einem Set aus 36 Jasskarten (vom Ass bzw. Banner bis zur 6).
- Das Spielprinzip: Die Karten werden gleichmässig an alle vier Spieler verteilt. Der Spieler, der die Runde eröffnen darf, hat das Recht, den Trumpf (eine der vier Farben, Obenabe oder Undenufe) zu bestimmen. Besitzt er jedoch schlechte Karten oder ist unschlüssig, kann er dieses Recht an seinen vis-à-vis sitzenden Partner übergeben – er „schiebt“ das Recht weiter. Der Partner muss dann den Trumpf festlegen.
- Punkte- und Stichsystem: Beim Schieber wird jede Karte nach einem festen Punktesystem bewertet (z. B. ist der Trumpf-Bauer/Under mit 20 Punkten die höchste Karte, gefolgt von der Trumpf-Nell mit 14 Punkten). Das Ziel des Teams ist es, durch kluges Zusammenspiel, Taktik und Mitzählen der gefallenen Karten möglichst viele Stichpunkte zu sammeln. Ein perfektes Spiel ohne gegnerischen Stich nennt man „Matsch“ und wird mit zusätzlichen 100 Bonuspunkten belohnt.
- Erlebe es live: Bei den organisierten Events von Waltijass spielen wir den klassischen Schieber-Jass in einer besonders geselligen Form – mit zugelostem Partner. Das bedeutet, dass dir vor jeder Passe ein neuer Mitspieler zugelost wird. Das fördert die Geselligkeit, sorgt für maximale Fairness und garantiert spannende Runden für Jasser aus allen Kantonen!
2. Der Coiffeur-Jass (Taktischer Tiefgang für Strategen)
Beim Coiffeur-Jass (oft auch Coiffeurjass geschrieben) handelt es sich um eine hochgradig strategische Variante des Schiebers, die extremen Fokus und vorausschauendes Denken erfordert. Auch hier wird meistens in festen Zweierteams gespielt.
- Das Spielprinzip: Im Gegensatz zum normalen Schieber, bei dem man jede Runde den besten Trumpf wählt, müssen beim Coiffeur-Jass im Laufe des gesamten Turniers vorgegebene Pflicht-Trümpfe von jedem Team genau einmal gespielt und aufgeschrieben werden. Zu diesen Pflichtvarianten gehören meistens alle vier Kartenfarben (Ecke, Schaufel, Kreuz, Herz bzw. Schellen, Schaufeln, Rosen, Eicheln), ein „Obenabe“ (Ass sticht), ein „Undenufe“ (6 sticht) und oft ein frei wählbarer „Joker-Trumpf“.
- Die Herausforderung: Jedes Team darf jede dieser Spielarten im gesamten Turnierverlauf nur ein einziges Mal wählen. Hat ein Team beispielsweise bereits „Obenabe“ gespielt und schreibt in einer späteren Runde erneut hervorragende Karten für Obenabe, darf diese Variante nicht mehr gewählt werden. Das Team muss sich „frisieren“ (daher der Name Coiffeur) und eine andere, noch offene Variante wählen. Am Ende gewinnt das Team, das durch geschicktes Taktieren die höchste Gesamtpunktzahl aus allen Pflichtrunden erzielt hat.
3. Der Differenzler (Das Spiel mit dem perfekten Augenmass)
Der Differenzler nimmt eine Sonderstellung unter den Schweizer Jass-Arten ein. Hier gewinnt nicht zwingend der Spieler, der die besten Karten ausgeteilt bekommt oder die meisten Stiche macht, sondern derjenige mit dem präzisesten Augenmass und der besten Selbsteinschätzung.
- Das Spielprinzip: Der Differenzler wird in der Regel als Einzelspiel (jeder gegen jeden) von drei oder vier Personen gespielt. Nachdem die Karten verteilt wurden, schaut jeder Spieler sein Blatt an. Bevor die allererste Karte ausgespielt wird, muss jeder Spieler für sich alleine eine verdeckte Schätzungabgeben, wie viele Punkte er in dieser Runde exakt erzielen wird. Diese Zahl wird verdeckt notiert oder dem Jassleiter angesagt.
- Die Abrechnung: Nun wird die Runde ganz normal gespielt. Am Ende zählt jeder Jasser seine effektiv gemachten Stichpunkte zusammen. Diese werden mit der vorherigen Schätzung verglichen. Die Differenz (egal ob zu viele oder zu wenige Punkte) wird als Strafpunkte aufgeschrieben. Das Ziel beim Differenzler ist es, über mehrere Runden hinweg so nahe wie möglich an der eigenen Schätzung zu landen. Wer am Ende des Turniers die wenigsten Differenzpunkte aufweist, verlässt den Tisch als stolzer Sieger.
4. Tschau Sepp (Der schnelle Jass-Spaß für Gross und Klein)
Tschau Sepp ist eine sehr dynamische, unkomplizierte und äusserst unterhaltsame Jass-Variante. Sie wird im Gegensatz zu den Turnierspielen meist mit 36 klassischen Jasskarten (und nicht mit einem 52er-Blatt) gespielt. Aufgrund der einfachen Regeln ist Tschau Sepp besonders bei Familien, Jugendlichen und für eine schnelle Runde im Restaurant beliebt.
- Das Spielprinzip: Jeder Spieler erhält eine feste Anzahl an Handkarten (meistens 5 bis 7 Karten). Die restlichen Karten werden als verdeckter Stapel in die Mitte gelegt, und die oberste Karte wird offen aufgedeckt. Nun müssen die Spieler der Reihe nach versuchen, ihre eigenen Handkarten so schnell wie möglich abzulegen.
- Die Regeln beim Ablegen: Eine Karte darf nur abgelegt werden, wenn sie entweder in der Farbe (z. B. Schaufel auf Schaufel) oder im Wert/Zahl (z. B. Banner auf Banner, Ober auf Ober) mit der obersten offenen Karte auf dem Stapel übereinstimmt. Kann ein Spieler keine passende Karte legen, muss er eine Karte vom verdeckten Stapel ziehen. Bestimmte Karten haben Sonderfunktionen (z. B. muss beim Ablegen eines Asses der nächste Spieler aussetzen, oder bei einer 7 muss der nachfolgende Spieler zwei Karten ziehen).
- Der Name ist Programm: Legt ein Jasser seine zweitletzte Karte ab, muss er laut „Tschau“ sagen. Vergisst er dies und die Mitspieler bemerken es, muss er Strafkarten ziehen. Beim Ablegen der allerletzten Karte ruft man schliesslich „Sepp“ – wer das schafft, hat das Spiel gewonnen.
5. Jass ohne Trumpf (Obenabe und Undenufe)
Dies sind keine komplett eigenständigen Jass-Arten, sondern fundamentale Spielweisen, die vor allem im Schieber- und Coiffeur-Jass eine tragende Rolle spielen. Sie verändern die Dynamik des Spiels komplett, da das Element der stechenden Trumpffarbe komplett wegfällt.
- Obenabe (Von oben nach unten): Bei dieser Spielweise gibt es keinen Trumpf. Die Kartenwerte gelten in ihrer ganz normalen, klassischen Reihenfolge. Das Ass (bzw. die Sau/Banner) ist die höchste Karte und erzielt 11 Punkte, gefolgt vom König (4 Punkte), Ober/Dame (3 Punkte) und Unter/Bube (2 Punkte). Die 6 ist die tiefste Karte und hat keinen Punktwert. Das Spiel erfordert präzises Mitzählen, da man nur mit den höchsten Karten der jeweiligen Farbe („Böcke“) sichere Stiche machen kann.
- Undenufe (Von unten nach oben): Der Undenufe stellt die gesamte Jass-Welt komplett auf den Kopf und ist eine Schweizer Besonderheit. Hier wird die Wertigkeit der Karten exakt umgedreht: Die 6 ist die höchste Karte und sticht alle anderen, gefolgt von der 7, der 8 und der 9. Das mächtige Ass wird hier zur schwächsten Karte des Spiels. Auch die Punkteverteilung dreht sich um: Die 6 zählt plötzlich 11 Punkte, während das Ass leer ausgeht. Der Undenufe erfordert von den Jassern ein radikales Umdenken und ist eine hervorragende Möglichkeit, auch mit vermeintlich schlechten, tiefen Karten ein grandioses Ergebnis zu erzielen.
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Hast du Fragen zu den Jass-Varianten oder möchtest du dich direkt für das nächste Turnier anmelden? Melde dich ungeniert bei Walter Häfliger:
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